Thüringen

Mit schwerem thüringischen Akzent "gesegnet" erinnerte mich diese Frau an all das, was ich an meiner Heimat einfach überhaupt gar nicht ausstehen kann. Dieses ironiefreie... Dieses zonenhafte... Dieses dörfliche... Dieses selbstüberzeugte bei absoulter Lächerlichkeit... Was man weniger bei den Leuten meiner Generation, aber vorallem bei den 40-60jährigen findet...
Ich verbinde viel Gutes mit Thüringen, auch mit der ländlichen Gegend meiner Oma in Nordthüringen, wo ich viel meiner Kindheit verbracht habe. Ich kehre gern zurück, aber nur als Besucher. Nur... gerade wenn ich sowas sehe und darin viele Verwandte wiedererkenne... dann bin ich überzeugt, das Deutschland nirgendwo so provinzell ist wie im einzigen unurbanisierten Flecken Deutschlands, dieser Ansammlung von Kleinstädten und Dörfern in der Mitte Deutschlands... und das wohl gut war, das ich ihm früh entflohen bin?
Oder geht einem das immer so, mit seiner Heimat? Diese gewisse Form der Hassliebe? Würde ich Dresden oder Berlin genauso betrachten?
Edit: Nach einer Nacht drüber schlafen glaube ich jetzt langsam, dass es vor allem mein Hass auf diese "in der DDR war doch nicht alles schlimm"-Leute war, der gestern zu diesem Thüringen-Ausfall geführt hat. Und ich glaube, die sitzen überall im Osten... Kann man nix machen.
bfan - 11. Dez, 00:02