Hasso Plattner und die Usability

Denn heute druckt der SPIEGEL seelenruhig ne Presseerklärung des Hasso-Plattner-Institutes nach, in dem für einen neuen Studiengang im HPI in Potsdam geworben wird, dem Studiengang "Design Thinking". Darin sollen Studenten lernen, wie man Software entwickelt, die auch von Laien ohne Probleme bedient werden können. Bisher gäbe es eine solche Ausbildung nur an der ebenfalls von Plattner geförderten Elite-Uni Stanford.
Dazu bleibt mir erstmal die Luft weg... Ein Nachrichtenmagazin das seelenruhig eine schwachsinnige Ankündigung nachdruckt ohne nicht mal den Versuch zu machen, nachzuprüfen, ob da zumindestens offensichtliche Fehler enthalten sind.
Ein "Wissenschaftsmäzen" der so kompetent ist, das er nicht mitbekommt, dass es seit 5-10 Jahren unzählige Studiengänge in Deutschland gibt, welche sich diesem Themenkreis, in Teilen sehr erfogreich, widmen. Das es weiterhin viele kleine Design-Schulen gibt, die sich auch von der Designseite dem Thema Software-Ergonomie und Usability beschäftigen. Und das auch schon viele Studenten auf dem Arbeitsmarkt sind, aber meist ihren Firmen erst erklären müssen, was das ist, diese Nutzerorientierung und was das mit einer struktuierten Entwicklungsweise zu tun hätte.
Andererseits kann man vielleicht nix anderes erwarten von einem SAP-Mann, deren Software in Jahren den Begriff der Unbenutzbarkeit erst mit Leben gefüllt haben, die bis heute nicht verstehen, wie man einfachste Dialogprinzipien in ihren Produkten umsetzt. Die Designer beschäftigen, aber ihre Designs zweckentfremden und ad absurdum führen.
Wenn all dies für die Fachkompetenz der dort vermittelten Werte spricht, dann ist von einem Studium dort dringend abzuraten. Wenn es nur überschäumende Protzerei angesichts eines Besuchs der Politik am Institut ist, zeigt es mal wieder die grenzenlose Arroganz von Privatinstituten. Von denen man eh völlig abraten sollte, wenn man nicht als völliger Trottel und Freak enden will.
bfan - 18. Dez, 21:04